ÖsterreichischeGesellschaftfürLiteratur



Kurzer historischer Abriss

Am 18. Dezember 1961 wurde die neu gegründete Österreichische Gesellschaft für Literatur in den Räumen des Palais Wilczek der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wolfgang Kraus, der Gründer und erste Präsident der Gesellschaft, formulierte an diesem Abend drei Ziele:

  • Präsentation von Neuerscheinungen der zeitgenössischen österreichischen Literatur

  • Schaffung einer zumindest temporären Heimat für Emigranten, die das offizielle Österreich nicht zurück geholt hat

  • Schaffung von Kontakten zu Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzern sowie zu Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftlern jenseits des Eisernen Vorhanges.

Die regelmäßige Veranstaltungstätigkeit begann 1962. Erich Fried war einer der ersten Gäste, ebenso wie Jean Améry, Manès Sperber oder Elias Canetti. Schon bald wurden die Lesungen und Vorträgen Podiumsdiskussionen und große internationale Symposien ergänzt.

In den 45 Jahren ihres Bestehens veranstaltete die Österreichische Gesellschaft für Literatur bisher mehr als 2600 Abendveranstaltungen, Matineen und Symposien mit über 4000 Gästen. Binnen kürzester Zeit war sie weit über die nationalen Grenzen hinaus bekannt und hatte Vorbildwirkung für viele in den folgenden Jahren entstandenen Institutionen.
Verschiedene Organisationen und Vereine haben Gedanken, die auch zur Gründung der Österreichischen Gesellschaft für Literatur geführt haben, neu formuliert und weiterentwickelt. Spezialisiert auf bestimmte Tätigkeitsfelder im Bereich der Literaturvermittlung, haben sie sich in einer neugeordneten, breitgefächerten Literaturszene etabliert.
Im Jubiläumsjahr geht es weniger darum, eine Retrospektive zu veranstalten. Vor allem soll gezeigt werden, welche Rolle einem Verein wie der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, deren Organisationsstruktur die unterschiedlichen Aufgabenbereiche umfaßt und verbindet, in einer sich ständig verändernden Kultur- und Literaturlandschaft zukommt.

Der Kulturpublizist Wolfgang Kraus leitete die Gesellschaft bis 1994, seine Nachfolgerin ist die Schriftstellerin Marianne Gruber.

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