40 JAHRE ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR LITERATUR

Was kann Literatur?
Podiumsdiskussion
Mi., 25. 9. 2002

Palais Palffy
Josefsplatz 6
1010 Wien
Brigitte Ederer
Mitglied des Vorstands der Siemens AG Österreich

Marianne Gruber
Autorin, Leiterin der Österreichischen Gesellschaft für Literatur

Barbara Neuwirth
Autorin, ehemalige Leiterin des Wiener Frauenverlags

Annemarie Türk
Bereichsleiterin für Kultur & Sponsoring, KulturKontakt Austria

Herbert Wiesner
Leiter des Literaturhauses Berlin

Andrea Wolfmayr
Autorin, Kultursprecherin der ÖVP

Alfred Zellinger
Autor, Leiter Werbung und kulturelle Angelegenheiten, BAWAG

Diskussionsleitung:
Werner Thuswaldner
Ressortleiter Kultur, Salzburger Nachrichten

Für nahezu alle Sparten der Kunst ebenso wie für Wissenschaft finden sich eher Sponsoren als für Literatur. Worin liegt ihre Besonderheit, die sie so schwer für die Wirtschaft „verkäuflich“ macht? Was macht sie so sperrig, daß es unmöglich erscheint, sie erfolgreich zu bewerben, so nebensächlich, daß sich nur in Einzelfällen erfolgreiche Marketingkonzepte erstellen lassen, daß es sich zwar trefflich darüber streiten, aber kaum damit verdienen lässt?

Was ist andererseits so gefährlich an Literatur, daß totalitäre Regime immer wieder Bücher auf den Index setzen, was so überzeugend, daß sich Politiker mit Autoren umgeben und, wenn ihnen selbst nichts einfällt, mit Zitaten aus kanonisierten Büchern auftrumpfen?

Ebenso schnell und unerklärlich, wie sich Macht und Ohnmacht der Literatur abwechseln, enden Gespräche mit Wirtschaftstreibenden, wenn es um konkretes Sponsoring geht. Was kann Literatur, um die Aufmerksamkeit der Geldgeber zu erregen, wie läßt sich ihre Leistung für die Gesellschaft in Worte fassen und wie läßt sie sich vermarkten, ohne sich verkaufen zu müssen?

Im Rahmen einer Forumdiskussion wird die Rolle von Literatur und Literaturvermittlung im Spannungsfeld zwischen Politik, Sponsoren und Publikum erörtert.